Mindestens haltbar bis…

Gestern gab es bei uns Kartoffel-Kürbis-Möhren-Suppe. Die gibt es heute auch noch, ist noch genug da. Mjam! Das Rezept schreibe ich weiter unten.

Was hat jetzt die Suppe mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu tun? So direkt nichts, aber während des Kochens und der Sammlung von Zutaten musste ich feststellen, dass meine Sahne abgelaufen war. In diesem Moment fiel mir mein Ex-Mann ein. Für ihn wäre das ein gefundenes Fressen gewesen.

Es gab viele Dinge, zu denen wir unterschiedlicher Meinung waren, wir sind ja nicht umsonst Ex-Gatten, aber das Mindesthaltbarkeitsdatum - ab sofort MHD, das ist echt zu lang dauernd zum Schreiben - war einer der wunden Punkte in unserer Ehe. Ich kann mich daran erinnern, dass er regelmäßig die Produkte in unserem Kühlschrank inspizierte. Milch 1 Tag drüber? Weg damit! Butter 2 Wochen? Weg damit! Quark 4 Wochen - willst du uns alle vergiften?

Regelmäßig flogen so noch völlig essbare Lebensmittel aus dem Kühlschrank in den Müll.

Wenn der Mann wüsste, was ich heute alles verarbeite und das ohne Probleme! Glücklicherweise habe ich jetzt einen Mann, der das mit dem MHD genauso eng sieht wie ich: Gar nicht! Wenn es nicht schimmelt, falsch schmeckt oder komisch riecht, kann man es essen!

Ich verlinke hier einmal eine Aufklärung zum MHD von der Verbraucherzentrale

Ein Auszug hieraus:

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt per Definition den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass das ungeöffnete Lebensmittel bei durchgehend richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften, wie Geruch, Geschmack und Nährwert behält.

Das bedeutet also mindestens haltbar bis. Nicht: Ab jetzt besteht Lebensgefahr (siehe Beitragsbild).

Ich habe also die Sahne aus dem Kühlschrank geholt und auf dem Stempel stand: 20.10.20. Ein schönes Datum. Zwanzig-Zehn-Zwanzig. Ist jetzt aber schon dreieinhalb Monate drüber. Egal. Becher geöffnet und reingeschaut. Ziemlich dicke Konsistenz, so als wäre sie schon geschlagen worden, Geruch gut, Geschmack gut, ab in die Suppe.

Wenn mein Ex-Mann wüsste, wie oft er solche total veralteten und lebensgefährlichen Produkte gegessen hat, weil ich die heimlich, still und leise verarbeitet habe... Er hat es überlebt, genau wie meine Kinder, Gäste und ich. Vielleicht hat mich Corona deshalb nicht so doll erwischt, dem Virus waren bestimmt die ganzen alten Keime zuwider. 🙂

Unsere Suppe war köstlich und die Tatsache, dass ich heute hier sitzen kann und schreibe, bedeutet, dass ich nicht daran gestorben bin, an der alten Sahne. Mein Mann sagt immer: Ist im Grunde eh vergammelte Milch, was soll da schlecht werden? Ich liebe ihn!

So, wie versprochen das Rezept:

Zutaten:

  • 1 halber Hokkaidokürbis
  • 1 Möhre
  • 3 große Kartoffeln
  • 1 Becher Schlagsahne - darf auch abgelaufen sein 🙂
  • 1 gestrichener Teelöffel Salz
  • 1 halber gestrichener Teelöffel Ingwer gemahlen (frischen Ingwer mag der Gatte nicht)
  • 1 halber gestrichener Teelöffel Kumin (Kreuzkümmel)
  • 1 halber gestrichener Teelöffel Curry
  • etwas Petersilie zum Garnieren

Zubereitung:

Den Kürbis von den Kernen befreien, die Kartoffeln schälen und beides mit der Möhre in kleine Stücke schneiden. In einen Topf geben, gut mit Wasser bedecken und mit dem Salz aufkochen. Nach dem Aufkochen 10 Minuten bei niedriger Hitze weiterköcheln lassen.

Nach den 10 Minuten alles in eine Schüssel gießen, pürieren und wieder zurück in den Topf befördern.

Jetzt die Gewürze und die Sahne dazugeben, noch 2-3 Minuten erwärmen und fertig.

Guten Appetit 🙂