Corona Tagebuch Tag 2

Die Nacht ist um und ich bin heilfroh. Mir tut einfach alles weh, aber langsam kommt die Wärme in meine Glieder zurück, was irgendwie verrückt klingt, weil ich ja immer noch Fieber habe. Allerdings ist die Temperatur auf 37,7 Grad gefallen.

Ich telefoniere mit meiner Hausarztpraxis, sage, dass ich vermutlich infiziert bin und frage, was man dann eigentlich machen muss. Denn so ganz nebenbei: Wir haben einen Regelkatalog mit Verboten und Geboten, die man uns ständig vor die Nase hält, aber so einen Infizierten-Fahrschein gibt es nicht. Also : Infiziert – Anruf hier – Test dort etc.

Die Assistentin nimmt die Beschwerden auf und teilt mir mit, der Doc würde mich zurückrufen. Noch während ich frühstücke, macht er das auch. Ich werde zur Infektionssprechstunde bestellt, 11:30 Uhr, nicht früher, nicht später, vor der Tür warten und klingeln. Mein Mann ist ungeheuer begeistert, dass er den Chauffeur spielen muss, aber mit Fieber will er mich nicht selbst fahren lassen und es bleibt ja noch etwas Zeit, gemütliches Frühstücken ist drin. Ein Glück, dass er gerade Kurzarbeit hat. Kurz vor der Fahrt messe ich noch einmal meine Temperatur, danach wird garantiert gefragt und siehe da: 37,3 Grad. „Corona Tagebuch Tag 2“ weiterlesen

Corona Tagebuch Tag 1

Mit diesem Tagebuch revanchiere ich mich für die Horror-Werbe-Filmchen der Regierung.

„Ich hatte Corona“

Nun, ich habe Corona und wie es so läuft, könnt ihr hier lesen.

Tag 1 ist der Tag, an dem ich die ersten Symptome bemerkte, nicht der Tag an dem ich mich infizierte. Der lag 4 Tage zurück – soweit sich das rekonstruieren lässt.

Morgens bin ich zur Arbeit gefahren, habe mich total normal gefühlt, ein wenig Rückenschmerzen vielleicht. Falsch gelegen, dachte ich.

Im Büro saß ich dann am Schreibtisch und bekam Kopfweh und die Rückenschmerzen wurden schlimmer – das schob ich auf die ungesunde Haltung. Vor mir die Tastatur, rechts die Maus, hinter der Tastatur ein Ordner mit Belegen, links der Bildschirm. Vor dem Bildschirm ist nicht genug Platz für Ordner und Tastatur. Buchführung ist in manchen Belangen sehr Platz einnehmend.

Zwischendurch kam mein Mann noch ins Büro und brachte mir Mittagessen, das hatte ich morgens vergessen. Ein Hoch auf Kurzarbeit, sonst wäre ich vor Hunger gestorben 🙂 „Corona Tagebuch Tag 1“ weiterlesen

Endlich infiziert!

Was so klingt wie eine reißerische BILD Schlagzeile ist purer und trauriger Ernst.

Dafür muss ich allerdings etwas ausholen.

Seit Anfang letzten Jahres beherrscht ein Virus die Welt. Die Verantwortlichen der Länder versuchen sich irgendwie durch diese Krise zu lavieren und treffen meist übereilte und sich widersprechende Entscheidungen. Landesweit in Deutschland ist sich keiner einig, jeder kocht sein eigenes Süppchen. Das führt zu Verunsicherung und Vertrauensverlust.

Anfangs hielt ich den Virus – wie viele andere auch – für einen ganz normalen Virus, der ähnlich wie Influenza und SARS die oberen Atemwege befällt. Mit der Zeit erfuhr man dann jedoch, dass dieser Virus eben mehr macht, er befällt die Zellen im ganzen Körper, kann zu Embolien führen und zum Verlust der Zellen Sauerstoff in ausreichender Menge zu transportieren. „Endlich infiziert!“ weiterlesen

Offener Brief an die Bundesregierung zum Umgang mit der Corona Pandemie

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit März 2020 halten Sie dieses Land im Klammergriff, hebeln etliche Grundrechte aus und lassen sich dafür feiern. Warum eigentlich? Was haben Sie denn wirklich getan, um unser Land voranzubringen und unsere Bevölkerung zu schützen? Was haben Sie eigentlich aus den Erfahrungen gelernt?

Ich kann Ihnen sagen, was ich gelernt habe. Nämlich, dass Sie alle komplett unfähig sind unser Land in dieser Krise angemessen zu regieren. Jetzt haben Sie auch noch den Vogel abgeschossen mit Ihrer neuesten Videokampagne und das lässt das Fass zum Überlaufen bringen.

Alle die, die faul und ausgesprochen eklig sind – also irgendwas aus der Dose essen, sich den Mund mit den Händen abwischen, diese mitnichten waschen und weiter alles anfassen, die zwar in die Armbeuge niesen, dort jedoch nicht sauber machen (und die Nase nicht putzen) – ohne Ehrgeiz handeln– was ja erzählt wird – das sind also unsere neuen Helden? Mal ganz davon abgesehen, dass dort speziell Gamer angesprochen werden, die mit ihrer Kampagne diskreditiert werden. Das ist also das „bessere“ Volk? „Offener Brief an die Bundesregierung zum Umgang mit der Corona Pandemie“ weiterlesen

Die Vogel Strauß Methode – oder warum ist der Kuchen platt?

Ich trage keinen Aluhut, ich nehme Covid ernst und halte mich an die Regeln. Aber irgendwann platzt mir der Kragen.
Jetzt wird wieder alles abgeschottet - flächendeckend. Ohne Sinn und Verstand. Denn dann würde man differenzieren.
Klar, wenn eine Fliege auf meiner frischen Sahnetorte sitzt, will ich sie dort weghaben. Aber dann nehme ich keine Zeitung und klatsche auf die ganze Torte.
Wir kriegen das aber doch sonst nicht in den Griff!
Der war gut.
Gerade:
Pärchen, ein Partner hatte Kontakt zu einem Infizierten. Wird getestet, muss zuhause bleiben. Der Partner wird NICHT getestet, ist NICHT in Quarantäne, wurde aber von seinem Arbeitgeber freigestellt. Wenigstens etwas.
Nun hatte der Partner aber auf der Arbeit Kontakt mit Kollegen. Die dürfen weiter arbeiten.
Das Testergebnis steht seit 1 Woche aus.
Ja, so kann man das ja wunderbar eindämmen....
Statt alle Betroffenen zu testen und in Quarantäne zu stecken, dürfen alle frei rumlaufen. Ins Restaurant gehen, zum Bäcker und so weiter.
Merkt ihr was? Da braucht man keinen Aluhut, da braucht man Valium, um so etwas ertragen zu können.

75% der Infektionen sind vom Ursprung unbekannt.
Ja nee, is klar. Wenn wir so wie im Beispiel hantieren, wundert das nicht.
Jetzt kommt aber doch die medizinische Versorgung an ihre Grenzen!
Ja Leute, hättet ihr mal im Frühjahr nicht nur geklatscht und eine Prämie versprochen, sondern Geld für neues Personal bereitgestellt, mit Gehältern, mit denen man auch welches findet. Intensivbetten aufgestockt. Gesundheitsämter aufgestockt. Mehr kontrolliert. Dafür Leute eingestellt.
Aber nein, die Vogel Strauß Methode war ja viel einfacher.
Es war von vornherein klar, dass dieses Virus nicht einfach verschwindet und die nächste Welle kommt. Den dämlichen Vergleich mit "Wenn das Virus denken könnte" hätte sich unsere Kanzlerin auch sparen können. Das denkt nicht, das folgt seinem Lebenssinn. Es vermehrt sich. Wenn grad nix zum vermehren da ist, dann ruht es. Das stirbt nicht einfach aus, nur weil wir nicht ins Restaurant gehen können. Das kommt wieder. Immer wieder und wieder. Wie Influenza, Ebola, Masern etc.
Ich sitze hier und frage mich, wieso alle auch noch klatschen und noch viel härtere Restriktionen fordern. Macht zwei Wochen alles dicht! schreien sie. Merkt ihr eigentlich gar nichts mehr?

Huskys brauchen viel Auslauf, das weiß doch jeder.

Mein Name ist Grisu. Eigentlich heiße ich ja Grisu of Bohemian Wind, aber niemand nennt mich so, das wird einfach abgekürzt. Dabei bin ich ein reinrassiger Siberian Husky, da könnte man erwarten, dass man mit vollem Namen angesprochen wird, aber so sind die Menschen.

Als ich noch ein Welpe war, kam ich in eine Familie mit Kind. Das war schrecklich. Es gibt nichts anstrengenderes als kleine Kinder. Man merkte dann auch, dass ich davon nicht so begeistert war und dann kam ich zurück zu meinen Eltern. Die hatten aber schon wieder neue Welpen und meine Tante auch, ihr glaubt nicht, was das für ein Lärm und eine Aufregung war.

Ich wurde dann an einen jungen Mann vermittelt, weit weg von daheim. Anfangs war auch alles gut, er nahm mich mit zum Fußball - da konnte ich Leckerchen abstauben von den Zuschauern während er sich auf dem Platz die Lunge aus dem Leib lief. Alles nur wegen so einem blöden Ball. Den kann man nicht einmal essen. Glaubt mir, ich habe es versucht.

Das "Herrchen" wie die Menschen zu sagen pflegen, hatte dann einen Unfall und konnte nicht mehr richtig laufen. Seine Freundin ging dann mit mir und die mochte ich nicht. Ich lief ihr dann immer weg und sie rannte wild rufend hinter mir her. Das war irgendwie lustig aber ich wurde dann angemeckert und durfte dann immer weniger nach draußen und keiner kümmerte sich mehr richtig. Irgendwann nahm mein Herrchen mich mit nach unten und drückte mich einer kleinen, dicken Frau in die Hand. Mein Schlafplatz kam mit, mein Spielzeug, alles. Ich musste dann in das Auto der Frau und sie fuhr mit mir weg.

Ich merkte erst später, dass ich wohl jetzt ein neues Zuhause hatte. Bei einer Frau, wo ich die doch gar nicht mag. Die Frau ist ja jetzt mein "Frauchen" und sie war echt nervig. Ich war es gewöhnt beim Spazieren kräftig zu ziehen und irgendwann zu entwischen, aber sie hatte die Leine fest in der Hand und jedesmal, wenn ich gezogen habe, blieb sie einfach stehen. Das war furchtbar. Wo ich doch nur kurz zu dem Fleck da vorne laufen wollte, da roch es so gut. Ich fand dann heraus, dass die Frau nicht so schnell laufen konnte wie ich. Naja, ich bin ein höflicher Hund und nahm Rücksicht. Dafür ließ sie mich auch in Ruhe alles beschnüffeln, fragte nur manchmal, welchen Roman ich denn da lesen würde. Menschen...

Sie ging auch mit mir in den Wald. Da durfte ich dann  ohne Leine laufen. Das war so fantastisch! Ich lief wie der Wind - ich glaube daher kommt mein Name - aber das Laufen ist auch furchtbar anstrengend. Also kam ich ganz schnell wieder zu der Frau zurück und holte mir Wasser und etwas zu essen ab. Irgendwie war die Frau gar nicht so übel. Einmal habe ich sie im Wald verloren, da kroch sie irgendwo rum und ich bekam das nicht schnell genug mit. Sie sammelte irgendwas ein, das überhaupt nicht gut roch, aber sie freute sich wohl, jedenfalls klang sie so. Jedenfalls war sie plötzlich weg. Ich lief dann dahin, wo ich sie zuletzt gesehen hatte, aber da war sie nicht. Sie rief dann aus einer völlig anderen Richtung nach mir und ich musste sehen, dass ich zu ihr kam. Hatte sie doch noch etwas zu essen!

Ja, es stimmt, für Futter tue ich alles. Naja fast alles. Wenn ich einen Schlitten ziehen soll oder mir die Lunge aus dem Leib hecheln soll bei schnellen Fahrradfahrten - also nein, mit mir nicht! Ich bin Husky, ich habe meinen Stolz!

Ich habe dann gelernt, dass mein neues Frauchen und ihr Gefährte eigentlich voll okay sind. Wir wohnen in einem Haus mit einem großen Garten. Als ich anfing da ein Loch zu buddeln, lachten sie. Allerdings durfte ich nur an einer Stelle buddeln. Als ich merkte, dass sie das voll okay fanden, habe ich damit aufgehört. Man kann ja niemanden ärgern, der sich nicht ärgern lässt. Für einfach zum Spaß buddeln ist mir das zu anstrengend.

Der Garten ist ziemlich groß und man kann da viel laufen. Wenn man will. Ich will eigentlich nicht. Mein Kissen ist schön bequem und im Sommer sind die Fliesen im Bad schön kühl. Ich darf auch auf die Couch, das ist noch besser, da sind viele Kissen.

Ich war so ein Jahr lang bei den beiden, da holten sie einen Welpen ins Haus. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. Das kleine Ding kam an und ich würgte mein Futter hoch. Ich hab sie dann erzogen, die kleine Lily, aber sie wurde mir schnell viel zu anstrengend. Dauernd will sie spielen oder hopsen oder was auch immer. Ich merkte dann, wenn ich mich hinstelle und sie anfeuere, dann rennt sie wie wild im Kreis um mich herum, bis sie müde wird. Dann habe ich wieder meine Ruhe. Echt praktisch.

Auch im Wald rennt sie, aber sie ist nicht so schnell wie ich. Dafür rennt sie mehr, aber sie ist ja auch noch jung. Ich laufe lieber neben Frauchen und staube dort Leckerchen ab. Wenn wir im Wald sind, nimmt sie immer etwas Besonderes mit. Würstchen oder rohes Fleisch. Ich bleibe dann immer in ihrer Nähe, sonst kriegt Lily nachher noch das Meiste, das geht ja gar nicht.

Im Sommer darf ich viel drinnen liegen und schlafen, aber sobald es etwas kühler wird, dann gehen mir Herrchen und Frauchen auf den Geist. Besonders Frauchen. Sie klatscht dann in die Hände und befiehlt mir nach draußen zu gehen. Wenn ich dann versuche mich um die Ecke hinzulegen, dann steht sie schon hinter mir und scheucht mich ums Haus in den Garten. "Lauf, lauf" ruft sie. Ich kann leider nichts machen, sie läuft immer mit. Zum Glück ist sie klein und dick und kann nicht so schnell. Das nutze ich aus.

Neulich war wieder jemand am Tor, da laufen Lily und ich immer hin, es könnte ja Leckerchen geben. Das Paar draußen fand uns so süß und erklärte dann, sie könnten keine Huskys halten, die würden ja so viel Auslauf brauchen und müssten ständig beschäftigt werden. "Du nicht, Dicker, gell?" sagte mein Frauchen zu mir und da wusste ich, sie und ich, wir gehören zusammen, das ist Liebe! Endlich ein Mensch, der mich versteht!

Ich grummel sie jetzt ein wenig leiser an, wenn sie mich scheucht. Das hat sie verdient.