Corona Tagebuch Tag 12

Wir mussten ja zum Abstrich nach Ludwigsfelde, das haben die dort ganz elegant gelöst. Okay, elegant nicht, aber sehr durchdacht. Hinter dem Straßenverkehrsamt ist ein Parkplatz, dort steht man vor einem Fenster, das wird von dem Abstrichnehmer (keine Ahnung ob das ein Arzt, Pfleger oder etwas anderes ist) geöffnet und dann steht man da, reißt den Schnabel auf, streckt die Zunge raus und schwups, fertig. Wenn man nicht den Würgereiz hätte, der bei mir sehr früh einsetzt. Aber nach dem dritten Versuch passt es.

Der Mensch da hinter dem Fenster ist von Kopf bis Fuß in Plastik verklebt, also wenn der sich ansteckt, dann haben die Viren sich wirklich anstrengen müssen.

Wir werden innerhalb von 1-2 Tagen telefonisch benachrichtigt. Da ist zwar Wochenende, aber scheinbar arbeiten die durch. Mal sehen. Ich würde mich totlachen, wenn mein Mann jetzt positiv wäre und ich negativ.

Auf dem Heimweg hätte ich ihn gerne erschlagen. Uns kommen drei PKW entgegen, die uns anblinken, als wir um die Kurve kommen, sehen wir auch den Grund. Eine Kuh steht auf der Straße. Statt jetzt anzuhalten, fährt der Ehemann weiter, zwar langsam, aber die Kuh fühlt sich verfolgt und läuft immer weiter quer über die Straße. Erst als er endlich anhält, weil auf der anderen Seite ein PKW kommt und sich auf unsere Seite quer stellt – mit Warnblinkanlage – hört das arme Viech auf zu rennen und wird langsam. Männer…

Ich rufe die 110 an – die ist grad belegt, ich soll aber dran bleiben. Ja, sag das mal dem Einbrecher oder Mörder: „Warte mal, ich bin in der Warteschleife“. Irgendwann meldet sich dann die Polizei und während mein Mann – statt stehen zu bleiben mit Warnblinkanlage – wieder weiter fährt, gebe ich die Sachlage durch. Männer…

„Da waren ja Autos hinter uns.“ Ja die wären da auch weiter gewesen, aber man hätte die Sache ja auch beobachten können und eventuell die Kuh sichern. Ich liebe meinen Mann, aber manchmal versteh ich ihn einfach nicht.

Zuhause angekommen werden erst einmal die Tiere verwöhnt, die mussten ja schließlich ganze zwei Stunden ohne uns auskommen. Danach stelle ich mich hin und mache Kartoffelsalat mit selbst gemachter Mayonnaise. Zur Strafe schäle ich die Kartoffeln nicht. Ich mag sie mit Pelle und die Arbeit für meinen Mann mache ich mir jetzt nicht. Klingt irgendwie kindisch, aber so bin ich. Nicht, dass ihn das stören würde, er ist Kummer gewöhnt 🙂

Unser japanisches Schloss macht Fortschritte, der Drucker ist jetzt mit Teil vier vom dritten Level beschäftigt. Fehlen nur noch acht Teile. Druckzeit jeweils 24 Stunden. Uff.

Abends beginnt es zu schneien. Ich erkläre mich hiermit für gesund und schnappe mir die Schneeschaufel und beginne rund ums Haus freizuschaufeln.

Ich liebe Schnee und Schneeschippen genauso!

Fortsetzung hier

So fing es an

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